Montag, 12. August 2013
Zurueck in Peking
In Peking ist es wieder heiss und stickig. Aber die Luft ist nicht mehr so duenn und das Treppensteigen faellt nicht mehr so schwer. Da wir zwischen der Ankunft aus Lhasa und der Weiterreise nach Singapur noch einen Tag Zeit haben, nutze ich diesen fuer ein paar Besichtigungen. Als Kontrast zu den bisher besichtigten buddhistischen Tempeln sehe ich mir zunaechst den taoistischen Dongyue Tempel an. Anders als in den Tempeln, die ich bisher in Peking gesehen hatte, ist dieser hier nur wenig von Touristen besucht. Viele Pekinger kommen hierher um sich goettlichen Beistand zu erbitten. Der Tempel geht zurueck auf Dschingis Khan und liegt heute mitten in der Stadt zwischen Hochhaeusern.
Nach dem Tempel-Besuch geht es mit der U-Bahn zu den Konsumtempeln der Wangfujing, Pekings Einkaufsstrasse in der Innenstadt. Es gibt hier eine Fussgaengerzone mit densselben Laeden, die man auch bei uns findet. Die grossen Ketten Zara, H&M, C&A und wie sie alle heissen, sind hier vertreten. Die Strasse koennte eben so gut in Hannover oder Dortmund sein.
Zum Abschluss schaue ich mir noch das Olympia-Gelaende im Norden der Stadt an. Am naechsten Tag, es ist der 10.8., geht es dann weiter nach Singapur. Hier finde ich in Little India ein Internet-Cafe, aus dem ich nun schreiben kann.



Tempel, Kloester und der Palast des Dalai Lama
Unser Besichtigungsprogramm hatten wir schon in Deutschland weitgehend festgelegt. Den Potala Palast wollen wir natuerlich unbedingt sehen. Es ist der Winterpalast des Dalai Lamas. Wenn er sich nicht im indischen Exil aufhalten wuerde, waere das seine Residenz. Der Aufstieg ist ziemlich anstrengend, denn es sind viele Stufen zu ueberwinden. Unser Fuehrer gibt uns eine Einfuehrung in den Tibetischen Buddhismus. Er ist selbst Tibeter und glaeubiger Buddhist. Der Palast besteht aus zwei Teilen, dem weissen Palast und dem roten Palast. Im weissen Palast befinden sich die Wohnraeume das Dalai Lama. Der rote Palast dient hingegen ausschliesslich religioesen Zwecken. Im Palast selbst koennen unter anderem die Graeber der Dalai Lama besichtigt werden. In seiner heutigen Form entstand der Palast unter dem fuenften Dalai Lama, der hier auch begraben liegt. Da man im Palast nicht Fotografieren darf, kaufe ich mir spaeter in einer Buchhandlung in Lhasa ein Buch ueber den Palast.
Neben dem Palast haben wir auch noch den Jokang-Tempel, die Kloester Drepung und Sera sowie als Hoehepunkt das Ganden-Kloster angeschaut. Bei diesen Besichtigungen wurden wir u. a. von einem aelteren Moench micht den Hausschuhen des Dalai Lamas gesegnet. Im Sera-Kloster konnten wir den Moenchen beim Debattieren zusehen. Das Ganden-Kloster liegt auf ueber 4.000 m Hoehe an einem Berg. Es ist eine ganze Klosterstadt, die nur ueber eine schlechte und sehr steile Strasse zu erreichen ist. Nicht nur das Kloster selbst ist sehenswert. Man hat von dort auch eine tolle Aussicht. Geier konnten wir auch ueber dem Tal kreisen sehen, denn in der Naehe des Klosters befindet sich ein Begraebnisplatz der Tibeter.
Der Besuch des Ganden-Klosters bildete den Abschluss unserer Reise nach Tibet. Anschliessend ging es zum Flughafen von Lhasa und von dort zurueck nach Peking.



Ankunft in Tibet
Knapp 24 Stunden nachdem wir in Xining in den Zug eingestiegen sind erreichen wir am spaten Abend des 05.08. den Bahnhof von Lhasa, der Hauptstadt Tibets. Obwohl wir nur Hard-Sleeper fahren konnten, kommen wir den Umstaenden entsprechend ausgeruht in Lhasa an. Einer im Abteil schnarcht halt immer und einer hat immer Schweissfuesse. Das weiss jeder, der schon einmal in Europa mit dem Liegewagen unterwegs war.
Unser Fuehrer holt uns am Bahnhof ab. Als Europaeer benoetigt man fuer Tibet eine spezielle Genehmigung, die wir ueber ein chinesisches Reisebebuero eingeholt haben. Auch das Programm muss vorher festgelegt werden und ganz billig ist der Spass auch nicht.
Gleich nach der Ankunft merke ich, dass die Luft hier oben duenn ist. Lhasa liegt 3.700 m hoch. Da kommt man teilweise ganz schoen ins Schnaufen. Im Zug gab es noch spezielle Sauerstoffduesen. Jetzt sind wir auf unsere Gesundheit angewiesen. Wir werden ins Hotel gefahren. Wie sich spaeter heraus stellen wird, ist es das falsche Hotel, so dass wir am naechsten morgen noch eimal umziehen ins Yak-Hotel, das wir gebucht hatten. Das Hotel liegt in der Altstadt von Lhasa. Die Altstadt ist sehr schoen und man merkt sofort an den Gebaueden, dass dies hier ein anderer Kulturkreis ist als das uebrige China. An jeder Strassenecke befindet sich eine Polizeiwache der chinesichen Polizei und um z. B. den Jokang-Platz, den zentralen Platz in der Innenstadt, betreten zu koennen, muss man durch eine Personenkontrolle. Vor der ersten Besichtigung schlendern wir noch ein wenig durch die Innenstadt. Dann geht es zum Potala-Palast.